Wie entsteht eine Magenschleimhautentzündung?

Schmerzhafte Gastritis

Die Magenschleimhaut besteht aus mehreren Zellschichten mit unterschiedlichen Aufgaben und trennt das Innere des Magens (Lumen) von der glatten Muskulatur und den Kapillaren außerhalb.

Eine intakte Magenschleimhaut bildet die Magensäure (Salzsäure), den intrinsischen Faktor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung wichtig ist und verschiedene Hormone. Sie ist mit einer Schleimschicht belegt, die die Magenwand vor der Magensäure schützt. Ist dieser Schutz nicht mehr gewährleistet, so kann es zu Entzündungen der Magenschleimhaut sowie zur Bildung von Magengeschwüren kommen.

Magenschleimhautentzündung durch Helicobacter pylori

Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann mehrere Ursachen haben. Der häufigste Verursacher ist das Bakterium Helicobacter pylori, das normalerweise im Darm vorzufinden ist. Wird es jedoch über den Mund in den Magen aufgenommen, kann es dort eine Magenschleimhautentzündung hervorrufen, indem es sich ausbreitet. Durch seine Urease-Produktion entsteht basisches Ammonium, was wiederum eine vermehrte Säurebildung durch die Zellen der Magenschleimhaut zur Folge hat. Dadurch sind Magengeschwüre begünstigt und durch die nun vermehrte, angreifende Säure kann eine Magenschleimhautentzündung entstehen.

Chemisch hervorgerufene Gastritis

Eine andere Ursache für eine Magenschleimhautentzündung sind chemische Stoffe wie z.B. die Bestandteile der Gallenflüssigkeit oder bestimmte Medikamente. Durch ein Zurückfließen (Reflux) der Gallenflüssigkeit in den Magen sowie durch Medikamente wie Aspirin, Diclofenac (Voltaren) und Ibuprofen wird ein mageninternes Enzym gehemmt. Dieses produziert normalerweise ein Prostaglandin, durch das die Bildung der schützenden Schleimschicht des Magens aufrechterhalten wird. Wird das Prostaglandin durch die Hemmung des Enzyms aufgrund chemischer Stoffe weniger produziert, wird weniger Schleimschicht gebildet, die Schleimhaut ist weniger vor der Magensäure und anderen angreifenden Substanzen in der Nahrung geschützt und es kann zu einer Magenschleimhautentzündung kommen.

Das eigene Immunsystem als Verursacher einer Magenschleimhautentzündung

In seltenen Fällen kann eine Magenschleimhautentzündung auch durch körpereigene Abwehrstoffe, die Antikörper, hervorgerufen werden. Die Belegzellen des Magens, die normalerweise an der Produktion der Magensäure und des intrinsischen Faktors beteiligt sind, werden dabei von eigenen Antikörpern angegriffen. Durch den Antikörper-Angriff werden die Belegzellen wie bei einer normalen Immunreaktion zerstört, nur dass es in diesem Fall körpereigene, nicht infizierte Zellen sind, die fälschlicherweise bekämpft werden. Diese Art der Magenschleimhautentzündung zählt daher zu den Autoimmunkrankheiten.

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