Was tun bei einer Magen-Darm-Grippe

In der Medizin ist die Magen-Darm-Grippe im Allgemeinen bekannt als Gastroenteritis (Magen-Darm-Entzündung von gr.: γαστήρ, gastēr – der Magen; έντερον, enteron – der Darm, -ίτιδα, -ítida – gr. Endung, die meist eine entzündliche Krankheit bezeichnet). Im Volksmund wird sie zuweilen auch Brechdurchfall, Happe oder Bauch-Grippe genannt.

Obwohl der Begriff Magen-Darm-Grippe es nahelegt, hat diese Entzündung des Magen-Darm-Traktes eigentlich nichts mit einer echten Grippe, einer Influenza, zu tun. Lediglich einige der Symptome ähneln sich. Die Magen-Darm-Grippe beginnt in der Regel mit Appetitlosigkeit, zu der sich schnell Übelkeit und sogar Erbrechen gesellen. Nach einigen Stunden folgt dann meist Durchfall, der oft von Bauchkrämpfen begleitet wird und in besonders schweren Fällen sogar blutig sein kann. Patienten, die an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt sind, klagen häufig auch über allgemeine Infektionssymptome wie Fieber, Schwindel und Erschöpfung.

Man unterscheidet drei Arten von Gastroenteritis: Eine infektiöse Magen-Darm-Grippe wird ausgelöst von Magen-Darm-Viren (z. B. Rota-, Corona- und Humane Novoviren), Bakterien (z. B. Salmonellen, Shigellen und Yersinien) oder Protozoen (z. B. Giardien oder Amöben). Eine toxische Magen-Darm-Grippe kann unter Umständen von Medikamenten verursacht werden. Aber auch bestimmte Bakteriengifte, die sich in verdorbenen Lebensmitteln anreichern, können nach deren Verzehr Entzündungen in den Schleimhäuten hervorrufen. Letztlich kann eine Magen-Darm-Grippe auch von ionisierenden Strahlen (Röntgenstrahlen und radioaktive Strahlen, z. B. im Zuge einer Krebsbehandlung) hervorgerufen werden, indem diese die empfindlichen Schleimhäute des Verdauungstraktes nachhaltig schädigen. Durch die Schädigung des Magen-Darm-Traktes kann die aufgenommene Nahrung nicht mehr richtig verdaut werden und bindet Wasser an sich. Somit wird der Stuhl flüssig. Dies ist in zweierlei Hinsicht problematisch: Einerseits kann dem Organismus kein frisches Wasser zugeführt werden, andererseits wird ihm durch Osmose durch die Darmschleimhaut sogar zusätzlich noch Wasser und damit auch Salz entzogen. Demzufolge ist die größte Gefahr, die von einer Magen-Darm-Grippe ausgeht, die Dehydratation – die Austrocknung. 

Ist die Magen-Darm-Grippe infektiöser Natur, ist die Übertragung in den meisten Fällen durch eine fäkal-orale Schmierinfektion zustande gekommen. Das heißt, Erreger aus infiziertem Stuhl sind in den Magen eines anderen Menschen gelangt. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass eine erkrankte Person sich nach dem Toilettengang nicht ausreichend gründlich die Hände gewaschen hat und später mit der Nahrung eines anderen in Kontakt kommt. Einzig die Noroviren sind so infektiös, dass sie auch durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden können (z. B. beim Erbrechen).

Die beste Möglichkeit, einer Magen-Darm-Grippe vorzubeugen, besteht in der Einhaltung hygienischer Maßnahmen, besonders bei der Nahrungszubereitung. Dies wird unter anderem durch den hohen Rückgang infektiöser Gastroenteritiden in den entwickelten Ländern bestätigt. Außerdem empfiehlt es sich besonders bei Nahrungsmitteln, deren Herkunft man nicht genau kennt, auf Rohkost, die nicht geschält werden kann, zu verzichten

Ist man dennoch an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt, empfiehlt sich vor allem das Ausgleichen des Salz- und Flüssigkeitshaushaltes im Körper. Das erreicht man am besten mit der Gabe einer Traubenzucker-Salz-Lösung. Die Rezeptur hierfür basiert auf einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, weshalb sie auch WHO-Lösung genannt wird. Sie enthält neben Glucose (Traubenzucker) und Natriumchlorid (Kochsalz) auch Natriumcitrat (Natriumsalz der Zitronensäure, unter anderem auch in Backpulver enthalten) und Kaliumchlorid (Kaliumsalz der Salzsäure). Sie ist als Granulat, welches in Wasser aufgelöst wird, in Apotheken erhältlich. Man kann diese Lösung jedoch auch selber herstellen, indem man z. B. 1-2 EL Zucker, 1 TL Kochsalz mit 1 l natürlichem Orangensaft oder aber 1/2 TL Kochsalz, 1/2 TL Backpulver, 4 EL Zucker mit 1 l Wasser vermischt. Entgegen weit verbreiteter Annahme ist Cola bei einer Magen-Darm-Grippe eher kontraindiziert. Sie enthält zu wenig Salz und reizt die empfindliche Schleimhaut zusätzlich.
Von Anfang an ist eine leichte Schonkost bei einer Magen-Darm-Grippe empfehlenswert. Er fördert die Regeneration der verletzten Schleimhaut und regt die Tätigkeit von Darm und Magen an.
Dazu kann man auf gewaschene, mit Schale geriebene oder pürierte Äpfel sowie auf zerdrückte Bananen zurückgreifen. Diesen Brei lässt man dann stehen, bis er sich leicht bräunlich gefärbt hat, denn dann haben sich Gerbstoffe gebildet, die stopfend wirken. Die Pektine, die bei Äpfeln hauptsächlich unter der Schale vorkommen, quellen im Darm und nehmen giftige Ausscheidungsprodukte von Bakterien auf.
Ein weiteres Gericht, das bei Magen-Darm-Grippe gut verträglich ist, ist die Karottensuppe nach Moser. Hierzu werden 500 g Möhren in 1 l Wasser gekocht, anschließend püriert, wieder mit Wasser auf 1 l aufgefüllt und schließlich mit 3 g Kochsalz versetzt.
Außerdem werden bei einer Magen-Darm-Grippe leicht verdauliche Kohlenhydrate, wie sie in Zwieback, Weißbrot, Haferflocken oder weißem Reis enthalten sind, zur Nahrungswiederaufnahme empfohlen.

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