Was tun bei Durchfall?

Durchfall (medizinisch Diarrhö oder Diarrhoe, von griechisch diárrhoiaδιάρροια ‚Durchfall‘, aus diá διά ‚durch‘ und rhéō ῥέω ‚fließen‘) ist die zu häufige und zu flüssige Abgabe von Stuhl. Dabei kann die tatsächliche Menge von Mensch zu Mensch stark variieren, denn als normal gilt eine Häufigkeit von dreimal am Tag bis zu dreimal in der Woche. Mediziner sprechen bei Erwachsenen bei einem Gewicht von 200-250 g Stuhl täglich von Durchfall, wenn der Gang zur Toilette zu häufig nötig und der Wassergehalt dabei zu hoch ist.

Es gibt zwei Hauptarten von Durchfall: akute Diarrhö, die meist nach zwei bis drei Wochen wieder abklingt und chronische Diarrhö. Ursachen für akuten Durchfall sind meist Infektionen oder Vergiftungen (z. B. durch unreines Trinkwasser oder verdorbene Lebensmittel), während eine länger anhaltende Durchfallerkrankung überwiegend durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder Tumore ausgelöst wird.

Um Durchfall vorzubeugen, sollte man die persönliche Hygiene sehr ernst nehmen und darauf achten, nur sauberes Trinkwasser und frische und gegebenenfalls gewaschene Nahrung zu sich zu nehmen. Die häufigsten Ursachen für akute Diarrhö sind nämlich Bakterien und Viren, die sich in verunreinigten Lebensmitteln ansiedeln können (z. B. das Cholera Virus, Salmonellen und der EHEC-Erreger, der kürzlich erst ganz Europa in Aufruhr versetzt hat). Außerdem können Bakterien (z. B: Staphylokokken), begünstigt von zu langer, zu warmer Lagerung und unhygienischer Zubereitung, Giftstoffe in Nahrungsmitteln produzieren, die zu Durchfall führen. Da diese Giftstoffe äußerst resistent gegenüber Hitze sind, bietet auch das nachträgliche Abkochen der Speisen keinen ausreichenden Schutz gegen die Erkrankung.

Man unterscheidet fünf verschiedene Arten des Durchfalls. Bei der osmotischen Diarrhö binden unverdaute Nahrungsmittelbestandteile oder Medikamente Wasser, welches sie aus dem Körper in den Darm ziehen. Das ist z. B. bei der Laktoseintoleranz der Fall. Bei der sekretorischen Diarrhö sondert die Darmschleimhaut Wasser oder Elektrolyte ab, die ihrerseits wieder Wasser anziehen. Diese Art von Durchfall wird vor allem durch Nahrungsmittelvergiftungen ausgelöst. Von hypermotiler Diarrhö spricht man, wenn eine gesteigerte Darmbewegung die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme verhindert und somit der Stuhl bei der Ausscheidung noch zu viel Wasser enthält (z. B. beim Reizdarmsyndrom). Exsudative Diarrhö bedeutet, dass die Darmschleimhaut dem Stuhl entzündungsbedingt Blut und Schleim beimischt. Ursachen hierfür können Parasiten oder invasive Bakterien sein. Von Steatorrhoe, auch Fettstuhl genannt, spricht man, wenn aufgrund mangelnder Gallensäure im Darm aufgenommene Fette nicht gespalten werden können. Dies kann auftreten, wenn die Gallenblase entfernt wurde.

Die größte Gefahr, die von Durchfall ausgeht, ist die Dehydratation und der Elektrolytmangel, die mit dem hohen Flüssigkeitsverlust einhergehen. Handelt es sich um akuten Durchfall, ist also neben der Bekämpfung der jeweiligen Ursache die wichtigste Maßnahme die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Hierfür empfohlen wird eine Mischung aus Natruimchlorid (Kochsalz), Glucose (Traubenzucker), Natriumcitrat (in Backpulver enthalten) und Kaliumchlorid (in Orangensaft oder Bananen enthalten). Von dem weitläufig bekannten Hausmittel aus einer Kombination aus Softdrink (z. B. Cola) und Salzgebäck wird jedoch inzwischen abgeraten. Der viel zu hohe Zuckergehalt des Softdrinks fördert den Durchfall eher, als dass er ihn hemmt.

Weltweit erkranken jährlich bis zu 4 Milliarden Menschen an Durchfall, 7,5 Millionen, vor allem Kinder, sterben daran. Während in den Industrieländern die Ursachen für Durchfall weitestgehend gebannt sind oder zumindest seine Behandlung meist problemlos möglich ist, stellt er in den Entwicklungsländern aufgrund der oft schlechten hygienischen Umstände, der mangelhaften medizinischen Versorgung und der allgemeinen Wasserknappheit noch immer eine große Gefahr dar.

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