Was ist eine Gastrointeretis?

Als Gastroenteritis wird eine Entzündung des Magen-Darm-Trakts bezeichnet. Der landläufige Begriff Magen-Darm-Grippe ist irreführend, da eine Gastroenteritis nichts mit einer Grippeinfektion gemein hat. Weltweit sterben jährlich 1,4 Millionen Menschen an den Folgen der Gastroenteritis. Symptome für eine Magen-Darm-Entzündung sind zunächst Übelkeit, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit und im späteren Verlauf auch Durchfall. Wie bei anderen Infektionen kann es auch bei der Gastroenteritis zu Fieber kommen. Exsikkose (Austrocknung), Schwindelgefühl und Erschöpfung sind weitere typische Begleiterscheinungen. Zu einer Entzündung des Magen-Darm-Trakts kann es aus drei Gründen kommen.

Bakterien, Viren oder Protozoen können die Schleimhaut des Magens zerstören. Der Magen funktioniert dann nicht mehr richtig, sodass es zu Durchfall kommen kann. Er entsteht, weil die Nahrung nicht verdaut und dementsprechend nicht entwässert wird. Im Gegenteil: Unverdaute Nahrung entzieht dem Körper Wasser, das mit dem Durchfall ausgeschieden wird. Bekannte Erreger sind Salmonellen, Amöben oder Noroviren. Die Erreger werden häufig mit der Nahrung aufgenommen und vermehren sich im Magen anstatt von der Magensäure zerstört zu werden. Relevant für die Erkrankungswahrscheinlichkeit ist die Menge der aufgenommenen Erreger und der Gesundheitsstatus des Magens. Eine kleine Menge eines Erregers kann von einem gesunden Magen ohne Probleme unschädlich gemacht werden. Viele Erreger in einem geschwächten Magen enden hingegen häufig mit einer Gastroenteritis. 

Auch Gifte können zu einer Gastroenteritis führen. Bakterien, die an sich nicht schädlich für die Magenschleimhaut sind, produzieren Toxine, die bei erhöhter Konzentration die Schleimhaut des Magens stark angreifen. In diesem Fall spricht man auch von einer Lebensmittelvergiftung. 

Neben Erregern und Giften können auch physikalische Ursachen zu einer Gastroenteritis führen. Radioaktive Strahlen, wie sie auch bei der Krebstherapie eingesetzt werden, schädigen die sich ständig erneuernden Zellen des Magens nachhaltig, sodass sie ihre Verdauungsfunktion nicht mehr ordentlich erfüllen können.

Die beste Vorsorge ist neben einer magenschleimhautstärkenden Kost, der hygienische Umgang mit Lebensmitteln. Ist es erst einmal zu einer Gastroenteritis gekommen, können nur die Symptome bekämpft werden. Der Körper muss mit der Erkrankung selbst zurecht kommen. Unterstützend wirken eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme, die Zufuhr von Salzen und Zuckern (in gelöster Form) und die langsame Wiederaufnahme von leichter Kost. Je nach Typ empfiehlt es sich zunächst Gemüsesäfte oder leichte Kohlenhydrate (Salzstangen, Zwieback) zu sich zu nehmen.

Gastroenteritis ist in einigen Fällen meldepflichtig. Der Verdacht auf Cholera, Typhus oder Parathyphus muss immer, der Verdacht auf andere Formen der Erkrankung nur bei Menschen, die im lebensmittelverarbeitendem Gewerbe arbeiten, gemeldet werden.

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