Reizmagen – Symptome und Therapie

Reizmagen

Patienten mit einem Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) fühlen sich durch die Erkrankung oftmals stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, jedoch führt der Reizmagen im Regelfall nicht zu ernsteren Erkrankungen. Das Reizmagen-Syndrom kommt in der modernen Gesellschaft immer häufiger vor und geht einher mit unterschiedlichen Symptomen.

Häufig kommen Beschwerden wie Druck im Oberbauch, Vollegefühl, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit und vorzeitiges Sättigungsgefühl, Erbrechen, Übelkeit sowie saures und nichtsaures Aufstoßen. Der Reizmagen verursacht kein typisches Beschwerdebild sondern kann einige dieser Beschwerden enthalten, entweder kombiniert oder einzeln.

Möglich ist es, dass sich die Beschwerden durch die Nahrungsaufnahme bessern, in anderen Fällen verschlechtern sie sich aber auch. Weitere Symptome, die infolge der Erkrankung entstehen können, sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwächen, Nervosität, Schlafstörungen, Schweißausbrüche und feuchte Hände. In etwa dreißig Prozent der Erkrankungen bildet sich parallel zum Reizmagen ein Reizdarmsyndrom. Dabei kommt es zusätzlich noch zu Blähungen und unregelmäßigem Stuhlgang. Frauen neigen auch zum Bilden einer Reizblase.
Die Ursachen der funktionellen Dyspepsie sind bislang noch nicht geklärt. Wahrscheinlich sind Funktionsstörungen des Magens, zum Beispiel eine zu hohe Aktivität. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen als Ursache infrage; von Patienten wird zum Beispiel häufig berichtet, dass Kaffee, fetthaltige Lebensmittel oder Süßigkeiten Auslöser der Beschwerden sind. Milchprodukte, Eier und bestimmte Obstsorten können ebenfalls Anzeichen eines Reizmagens hervorrufen. Bestimmte Symptome können durch eine erhöhte Produktion der Magensäure entstehen. Häufig beobachtet wurde ein Reizmagen nach einer vorangegangenen Infektion. Daraus lässt sich schließen, dass ein gestörtes Imunsystem die Entstehung der funktionellen Dyspepsie begünstigen kann. Häufig festgestellt wurde zudem, dass psychische Faktoren einen Reizmagen hervorrufen können. Ängste, Depressionen, Stress oder emotionale Unausgeglichenheit können „auf den Magen schlagen“, genau wie ständige Anspannung und innerer Druck.

In der Therapie gegen Reizmagen wird darauf abegezielt, die Lebensqualität der Betroffenen wieder zu verbessern. Hierfür werden vor allem Medikamente verabreicht, um die Symptome zu lindern und eine beruhigende Wirkung auf den Magen auszuüben. Da keine Grunderkrankung nachzuweisen ist, kann nur gegen die einzelnen Beschwerden vorgegangen werden. Eine Ernährungsumstellung ist oft nicht umgänglich, es müssen also in der Zeit der Erkrankung die Lebensmittel vermieden werden, die Schmerzen oder andere Symptome hervorrufen. Als hilfreich beschrieben wurden therapeutische Sitzungen, um gegen eventuelle psychische Störungen vorzugehen. Eine Veränderung des Lebensstils kann vieles bewirken, beispielsweise indem Stress und Druck reduziert werden und sich der Patient mehr Zeit für sich selbst nimmt. Meditationsübungen und Entspannungstechniken können allgemein das Wohlbefinden steigern. Auch homöopathische Mittel können helfen.
In den meisten Fällen verschwindet der Reizmagen wieder von allein. Eine Bedrohung der Gesundheit ist nicht zu befürchten und die Symptome lassen sich relativ gut mit der Zeit in den Griff bekommen.

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