Kann Gluten gesundheitliche Probleme verursachen?

Ohne Gluten

Der Begriff Gluten stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet „Leim“. Dies lässt schon richtig vermuten, dass es sich dabei um einen Stoff mit festigenden und bindenden Eigenschaften handelt. Das Klebereiweiß, wie Gluten auch genannt wird, ist insbesondere im Korn der Getreidesorten Weizen, Dinkel, Kamut, Emmer und Einkorn enthalten. In Gerste und Hafer ist der Glutenanteil wesentlich geringer. Gluten besteht zu etwa 90 Prozent aus Proteinen und sorgt bei Gebäck für die Form und Lockerheit. Lebensmittelherstellern dient das Klebereiweiß allerdings noch für viele weitere Zwecke – sie benutzen es als Geliermittel, Emulgator, Stabilisator und als Trägerstoff für Aromen. Außer in getreidehaltigen Nahrungsmitteln, findet man Gluten daher auch häufig in Fertiggerichten, Gewürzmischungen oder Fruchtjoghurts.

Gibt es eine Glutenunverträglichkeit?

Getreide ist ein essenzieller Bestandteil unserer Ernährung. Es versorgt den Körper mit Kohlenhydraten, Vitaminen und Ballaststoffen. Das Gluten im Getreide kann aber bei manchen Menschen auch schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen. Nach neueren Untersuchungen gibt es dabei zwei Ausprägungen einer Glutenunverträglichkeit – die Zöliakie und die Glutensensitivität. Bei der Ersteren handelt es sich um eine genetisch bedingte, chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Das Klebereiweiß in der Nahrung greift dabei die Darmepithelzellen an und ruft eine Entzündung hervor. Da die angeschlagene Darmschleimhaut in ihrer Funktion eingeschränkt ist, werden deutlich weniger Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen.

Zu den möglichen Symptomen von Zöliakie gehören:

  • Gewichtsverlust
  • Durchfall
  • Blähungen
  • abdominale Beschwerden
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Depressioen

Untersuchungen zeigen, dass ungefähr einer von 200 Menschen in Deutschland mit der Erkrankung Zöliakie lebt. Das komplette Krankheitsbild entwickelt sich allerdings nur bei ungefähr 10 bis 20 Prozent der Betroffenen. Die Mehrheit weiß aufgrund der oft untypischen Symptome oft nichts von der Erkrankung.

Menschen mit einer Glutensensitivität leiden unter ganz ähnlichen Beschwerden wie Zöliakie-Betroffene, obgleich die Symptome deutlich weniger stark ausgeprägt sind. Während bei der Zöliakie die Darmschleimhaut angegriffen und zerstört wird, sind bei der Glutensensitivität keine Schäden an den Epithelzellen festzustellen.

Wie kann Zöliakie diagnostiziert werden?

Die Zöliakie lässt sich in der Regel durch eine Blutuntersuchung feststellen. Liegt die Erkrankung vor, lassen sich im Blut spezielle Antikörper finden. In einem weiteren Schritt kann es auch notwendig sein, Gewebeproben aus dem Dünndarm zu nehmen. 

Was tun bei Zöliakie?

Eine Heilung der Zöliakie ist aus heutiger Sicht leider nicht möglich. Für Menschen mit der chronischen Darmerkrankung ist es daher sehr wichtig, auf eine glutenfreie Ernährung umzusteigen. Es gibt durchaus gute Alternativen zu Weizen, Dinkel & Co., die keinerlei Gluten enthalten. Hierzu gehören Hirse, Reis, Mais, Quinoa, Amarant und Buchweizen. Darmsanierende und entkrampfende Mittel aus der Apotheke können zudem die unmittelbaren Symptome lindern.

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