Drogen gehen auf den Magen (-Darm-Trakt)

Drogen haben einen massiven Einfluss auf den Magen-Darm-Trakt (Quelle: Bigstock-ID-67855540-by-Creativa)

Am Anfang steht die Euphorie, die Hingabe an den Rausch. Doch schnell ändert sich die Stimmung, das Reaktionsvermögen nimmt rapide ab und Körper wie Geist sind nicht mehr kontrollierbar. Gefährliche Folgen, die auch den Magen-Darm-Trakt betreffen, sind vorprogrammiert. Dahinter steht der Drogenkonsum.

Der Drogenmissbrauch ist ein stetiger Begleiter

Obwohl sich die Zeiten ändern, ist der Drogenkonsum noch allgegenwärtig. Einstweilen kommt eine neue Droge auf den illegalen Markt und verspricht eine bessere Wirkung bei gleichzeitig geringerem Risiko. Tatsache ist, dass die Gefahren und Probleme, die der Drogengenuss nach sich zieht, beständig bleiben. Meist sind die Auswirkungen aufgrund von nicht tragfähigen Stoffen sogar schlimmer. Langfristige Folgen sind nicht immer auszuschließen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Drogen in Tropfenform eingenommen oder inhaliert, ob sie oral als Tabletten geschluckt oder über die Nase eingeatmet werden. Bei der intravenösen (in die Vene) und intramuskulären (in den Muskel) Drogeneinnahme sind die Folgen noch verheerender.

Folgende Störungen löst der Drogenkonsum aus:

  • Bewusstseinsstörungen wie Benommenheit, Schläfrigkeit,
    Sopor (Schlafgleicher Zustand), Bewusstseinseintrübung und Koma
  • Wahrnehmungsstörungen (Das Verarbeiten von Sinneseindrücken im Zentralnervensystem ist gestört)
  • Gestörtes Körperempfinden (Beispielsweise Temperatur, Schmerz oder Ausscheidungen)

Die bekanntesten Nebenwirkungen, die kurz nach dem Drogenkonsum auftreten, sind beispielsweise:

  • Verminderte Kritikfähigkeit
  • Bewegungsauffälligkeiten
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Desorientiertheit
  • Halluzinationen
  • Hemmungslosigkeit
  • Reizbarkeit
  • Risikobereitschaft
  • Appetittlosigkeit
  • Verengte Pupillen
  • Blutdruckabfall oder Herzrasen
  • Übelkeit und Erbrechen

Natürlich treten auch langfristige Wirkungen auf wie eine Wesensveränderung, psychische Abhängigkeit, Gehirnschäden oder Schäden an den Blutgefäßen.
Viele vergessen, dass auch der Magen-Darm-Trakt beim Drogenkonsum betroffen ist. Dies ist vor allem bei Drogen der Fall, die in Form von Tabletten, Pillen oder als Tropfen eingenommen werden.

Schäden am Magen-Darm-Trakt durch Drogenkonsum

Durch die Drogen wird der Verdauungstrakt irritiert und beeinträchtigt. Dabei ist es egal, ob die Drogen kurzweilig oder über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Natürlich sind die Schäden größer und Folgeerkrankungen wahrscheinlicher, je länger Drogen konsumiert werden. So erleben Konsumenten von Drogen häufig Verstopfungen, leiden an Durchfällen und Erbrechen. Oft sind heftige Magenschmerzen ihre stetigen Begleiter. Schlimmere Folgen des Drogenkonsums sind ein Darmverschluss oder eine Darm-Magenblutung. In manchen Fällen besteht eine akute Lebensgefahr, etwa bei einem Magendurchbruch. Gerade oral eingenommene Drogen verursachen die meisten Magen-Darm-Probleme und sind weit verbreitet. Durch die Speiseröhre gelangen die Drogen auf direktem Weg in den Magen. Dort findet die Verdauung der Drogen und die anschließende Weiterleitung statt (beispielsweise in den Blutkreislauf, den Darm oder in die Leber). Jedoch verursachen auch andere Drogenformen Magen- oder Darmprobleme.
Folgende Drogen wirken sich generell negativ auf den Magen-Darm-Trakt aus:

  • Speed: Diese Droge stellt ein Gemisch aus Verschnittstoffen und Amphetaminen dar. In der Regel wird es als weißes Pulver durch die Nase eingenommen (geschnieft). Allerdings ist auch die Einnahme in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen bekannt. Speed führt zu Übelkeit, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen. Klingt die Wirkung ab, bemerken die Konsumenten oft Heißhunger. Wenn Speed über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, besteht die Gefahr eines Magendurchbruchs.
  • Ecstasy: Diese Droge kommt meist als flache, runde Tablette mit Motiv auf den Drogenmarkt. Gelegentlich ist Ecstasy als weißes Pulver in Kapseln erhältlich. Dieser Drogenkonsum führt häufig zu Übelkeit und Erbrechen. Da Speed Warnsignale unterbindet, sind auch Hunger- und Durstgefühle unterdrückt.
  • Crystal: Diese Droge ist ein starkes Nervengift, welches verheerende Auswirkungen sowohl auf die Psyche als auch auf den Körper hat. Da sich der Körper nach Einnahme dieser Droge unter starkem Dauerstress befindet, sind sämtliche Warnsignale abgeschaltet. Das Gefühl für Durst und Hunger ist unter dem Drogeneinfluss nicht mehr vorhanden. Im weiteren Verlauf folgen Verdauungsstörungen. Bei einer Überdosierung mit Crystal kommen Übelkeit und Erbrechen hinzu. Wird Crystal über einen zu langen Zeitraum eingenommen, kommt es zu gefährlichen, körperlichen Langzeitwirkungen. Darunter fallen Magenschmerzen und Erkrankungen des Magens. Diese reichen von Magengeschwüren bis zum Magendurchbruch. Als psychische Langzweitwirkung kann sich durch den Drogenkonsum eine Essstörung entwickeln, wie etwa eine Bulimie. Durch das ständige Überfüllen des Magens dehnt sich dieser übermäßig. Der Darm hingegen wird schwächer, da durch das ständige Erbrechen die Muskulatur des Darms kaum noch zum Einsatz kommt. Es kann sich ebenfalls eine Verdauungsstörung entwickeln. Das ständige Erbrechen führt zudem zu Reizungen der Schleimhäute in der Speiseröhre und im Magen. Narben oder schmerzhafte Blutungen können hieraus entstehen. Magen- und Darmstörungen sowie Magenentzündungen sind weitere Folgen durch die von Crystal verursachte Bulimie. Eingenommen wird Crystal in kristalliner- oder Pulverform. Tabletten sind mittlerweile ebenso in Umlauf.
  • CAT: Methcathinon, kurz CAT genannt, ist ein synthetisch erzeugter Stoff. Er wird als kristallines, weißes Pulver angeboten. CAT wird über die Nase aufgenommen. In seltenen Fällen wird die Droge oral eingenommen oder geraucht. Als Kurzzeitnebenwirkung in Verbindung mit dem Magen-Darm-Trakt treten Magenbeschwerden auf. Die Langzeitnebenwirkungen äußern sich in Schleimhautentzündungen in Speiseröhre und Magen, in Verdauungsstörungen sowie in Schäden und Geschwüren im Verdauungstrakt. Eine Abmagerung des Drogenabhängigen ist ebenfalls öfter zu beobachten.

Bedeutung der verursachten Magenprobleme

Magenschmerzen durch Drogenkonsum führen oft zu Übelkeit und Erbrechen. Dies sind typische Leiden bei Drogenkonsumenten infolge von Vergiftung. Die Übelkeit verhindert, dass weitere schädliche Stoffe in den Organismus wandern. Durch Erbrechen versucht der Körper sich zu schützen beziehungsweise sich zu helfen: Die unerwünschten Stoffe sollen so schnell wie Möglich aus dem Körper heraus. Auch Verstopfungen sind vorkommende Folgen von Drogeneinnahmen – Die eingenommenen Gifte saugen einerseits die Flüssigkeit aus dem Körper. Andererseits unterdrücken einige Drogenarten das Hunger- und Durstgefühl. Dadurch gelangt zu wenig bis keine neue Flüssigkeit in den Körper. Ist das Durstgefühl nicht unterdrückt, greifen viele Drogensüchtige bei Durst zu alkoholischen Getränken. Diese führen dem Körper jedoch nicht die benötigte Flüssigkeit zu, sondern beschleunigen eher das Austrocknen. Das Ergebnis ist ein trockener, harter Stuhl und somit eine Verstopfung. Bei langanhaltenden sowie häufigen Verstopfungen können weitere Folgeerkrankungen auftreten: Hämorrhoiden, Krebsgeschwulste, eine Darmverschlingung bis hin zum Darmverschluss oder eine Divertikulitis (Entzündung der Darmschleimhaut).

Crystal & Co. haben nicht nur sinnesberauschende Effekte

Die gefährlichste Folge des Drogenkonsums im Magen-Darm-Trakt ist der Magendurchbruch. Vorausgegangen ist diesem meist ein Magengeschwür.
Durch starke Schäden bricht die Magenwand und es besteht die Gefahr, dass der Mageninhalt in die Bauchhöhle eintritt. Ist dies der Fall, droht eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung. Eine sofortige Operation ist notwendig.

 

Bildquelle: Bigstock-ID: 67855540 by Creativa 

Kommentare sind geschlossen.