Abführen mit Glaubersalz

Glaubersalz ist nach dem Arzt, Apotheker und Chemiker Johann Rudolph Glauber (1604–1668) benannt. Glaubersalz ist ein Natriumsulfat und setzt sich aus Kochsalz und Schwefelsäure zusammen. Wie der Name und die Bestandteile bereits vermuten lassen, handelt es sich um eine salzartige Substanz, die kostengünstig in der Apotheke gekauft werden kann.

Glaubersalz wirkt gegen Obstipation oder zur kompletten Darmentleerung vor dem Fasten. Bei der Verwendung von Glaubersalz sollte von einer regelmäßigen Anwendung abgesehen werden, da sich das Verdauungssystem daran gewöhnen kann und eine gesunde und selbstregulierte Verdauung auf Dauer nicht mehr möglich ist. Glaubersalz kann zu einer Abhängigkeit führen, die eine erhöhte Dosis notwendig macht.

Die Zubereitung des Abführmittels ist einfach. Die Dosis ist allerdings individuell zu bestimmen. In der Regel reichen 1 bis 3 gehäufte Teelöffel von Glaubersalz für eine Anwendung. Diese Menge entspricht in etwa 7 bis 14 Gramm. Das Salz wird in 200 bis 500 Milliliter lauwarmen Wassers aufgelöst und getrunken, nachdem sich das Glaubersalz komplett im Wasser aufgelöst hat. Die Einnahme sollte am Abend oder nach dem Frühstück stattfinden. Glaubersalz schmeckt aufgrund seiner Bestandteile sehr salzig, weswegen es oft schwer fällt, die Mischung zu schlucken. Es empfiehlt sich, die Mischung mit ein paar Tropfen an Fruchtsäften zu versetzten. Am wenigsten merkt man von dem Geschmack, wenn man die Nase zuhält und die Glaubersalz-Mischung schnellstmöglich austrinkt.

Die Wirkung setzt etwa 30 bis 90 Minuten nach der Einnahme ein. Innerhalb von 6 bis 8 Stunden erfolgt dann die komplette Reinigung des Verdauungstraktes. Man sollte sich vorab darüber im Klaren sein, dass diese Abführmethode nicht sehr angenehm verläuft. Am besten erfolgt die komplette Darmentleerung am Wochenende, denn das Glaubersalz bewirkt einen steten und plötzlich auftretenden Durchfall, der sich schwer aufhalten lässt. Während der Abführphase sollte viel Flüssigkeit aufgenommen werden, da der häufige Durchfall zu Dehydrierung führen kann. Kopfschmerzen sind eine häufige Folge eines zu niedrigen Wasserhaushalts. Nach der Darmentleerung kann mit dem Fasten begonnen werden.

Wer Glaubersalz verwenden möchte, sollte darauf achten, dass das Abführmittel die Wirkung der Pille beeinträchtigen kann. Die Pille sollte nach der Verwendung von Glaubersalz 3 bis 4 Stunden später eingenommen werden. Wer sich nicht sicher ist, kann auf dem Beipackzettel der Pille noch einmal nachlesen, was bei Durchfall und Erbrechen im Zusammenhang mit der Wirkungsweise der Pille zu beachten ist.

Menschen, die leicht zu Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden neigen, sollten auf Glaubersalz verzichten und sich über mildere Abführmethoden informieren.

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